Fahrkarten für die Reise der Schweizer nach München
über den Bodensee (Febr.-März 1834)
Foto: GSA/Enyo
Zu den Ländern, wo die Schweizer jahrhundertelang als Söldner Dienst leisteten, gehörte auch Griechenland. Der Artikel stellt die Geschichte der griechischen Schweizer-Kompanie (1834-35) auf Basis der Dokumente des Ottonischen Archivs dar. Eine Liste der Kompanie-Mitglieder findet sich im Anhang I.
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Ende 1833 ging in München die Werbung der Freiwilligen fort, welche in Griechenland die ersten 3500 -meistens abkommandierten- Soldaten, deren einjährige Dienstzeit schon endete, ersetzen würden.
Genau wie in den vorherigen Werbungen (1.11.1832 und 15.6.1833) wurde auch in der neuen Bekanntmachung vom 20.10.1833 vorgesehen, dass außer den Bayern die Aufnahme auch diejenigen Deutschen und Schweizer erhalten können, welche keine Militärpflicht gegen ihr Vaterland mehr haben. Mehrere Schweizer hatten sich tatsächlich bis dann in die griechische Armee einzeln eingereiht und waren schon in verschiedenen Abteilungen eingeordnet. Aber die neue Bekanntmachung gab der Sache einen neue Dimension dadurch, dass sie das Interesse von Schweizer Militärunternehmern weckte.
Zuerst erklärte der Oberstleutnant der Artillerie von Orelli in einem Brief (Zürich, 13.11.1833) an den für die Werbung in München zuständigen Oberst Lesuire, dass er für die griechische Regierung ein ganzes Infanterie-Bataillon von Schweizern aufstellen könnte; sein Vorschlag erhielt jedoch keine Genehmigung von der Regentschaft.
Ein zweites Angebot wurde vom Hauptmann Friedrich Trachsler vorgelegt. Durch ein Schreiben (Basel, 19.11.1833) an den bayerischen Kriegsminister Weinrich versicherte er, ein Häuflein wackerer Männer zu Disposition stellen zu können, woran die Meisten die späteren Feldzüge in Spanien mitmachten, mit dem heißen Klima vertraut und den strengsten Militärpflichten nicht abhold sind. Trachsler wollte bei Errichtung einer Compagnie 100 bis 120 Mann, 4 Offiziere mit inbegriffen, in die Reihen der griechischen Armee eintreten lassen. Weinrich setzte Lesuire davon in Kenntnis; Lesuire reagierte positiv und argumentierte bei der Regentschaft zu Nauplion für eine Vereinbarung mit Trachsler, weil die Schweizer tapfere Soldaten, treue Diener des Throns -obwohl geborene Republikaner- und mögliche neue Untertanen seien: Überall, wo die Schweitzer gedient haben, haben sie ehrenvolle und treue Dienste, selbst mit der letzten Aufopferung geleistet; das Zeugnis ganz tüchtiger Soldaten kann ihnen niemand absprechen; und nirgends haben sie in den politischen Zerwürfnissen der bestehenden Regierung entgegengesetzten Partei angenommen. Schweitzer Truppen in Griechenland würden sicher auch einen Nachzug tüchtiger und verläßiger Colonisten aus jenem Lande veranlaßen [...] Die Auflösung der Frage würde also wohl darin bestehen: erlaubt die innere und äußere Politik Griechenlands, Schweitzer Truppen in Sold zu nehmen oder nicht? (Lesuire an die Regentschaft, 30.11.1833)
Die positive Haltung Lesuires wurde verstärkt, nachdem er Trachsler kennengelernt hatte, als letzterer ihn Ende 1833 persönlich in München begleitet vom Oberleutnant Jacob Wick besuchte:
Diese beiden Offiziere stellten sich so gut vor und wiesen sich mit so guten Papieren aus, daß ich ihre Offerte in reifliche Überlegung nehmen zu müssen glaubte, weil mir die Wahrscheinlichkeit, der griechischen Sache ohne besondere Kosten den Zugang und die Teilnahme eines kriegerischen, tapferen und industriösen Volkes zu eröffnen, zu wichtig schien, als daß ich darüber hätte leicht hinweg gehen können (Lesuire an die Regentschaft, 17.1.1834). So wurde mit Trachsler eine Übereinkunft zur Aufstellung einer aus gedienten Schweizer bestehenden Infanterie-Kompanie am 5. Januar 1834 abgeschlossen, worin die Bedingungen über Sold, Rechte, Pflichten etc. festgelegt wurden (s. Volltext im Anhang II).
Warum aber sollten Schweizer gegenüber Bayern oder anderen Deutschen bevorzugt werden, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo die Werbung in einem sehr nachhaltigen Zuge war und die Anwerbungen vorzüglich gingen? Das lag offensichtlich am Mangel an deutschen Offizieren, die sich eher unwillig zeigten, ihr Lebensglück in Griechenland zu suchen: Die Zahl der aus der bayerischen Armee disponiblen älteren und zu Compagnie-Kommandanten geeigneten Offiziere ist so gering, daß ich wirklich in Verlegenheit bin, die erforderlichen noch zu erhalten (Lesuire, Januar 1834).
Unter diesem Aspekt sah Trachslers Angebot, das 8 Offiziere einschloss, sehr günstig aus, denn es erleichterte die Komplettierung der erforderlichen 3500 Ersatzmänner.
Die Männer von Trachsler kamen aus der Schweiz allmählich an. Sie fuhren von Rorschach oder Konstanz über den Bodensee nach Lindau, bekamen dort bei der Werbestation ein Reisegeld und gingen nach München weiter. Dort angekommen wurden sie gekleidet, ausgerüstet und eingeübt; sie würden die 4. Füsilier-Kompanie des 7. Infanterie-Bataillons bilden, das schon zur Abreise nach Griechenland fertig war, mit 1200 Männer, 82 Frauen und 55 Kinder. Da aber die Mannschaft der 4. Kompanie nicht so schnell organisiert werden konnte, dass sie mit den fünf anderen Kompanien am 27. Februar 1834 abzumarschieren im Stande war, musste dieselbe einen Monat später am 29. März auf Wagen durch Tyrol nach Triest gesendet werden.
Drei Frauen (Elisabeth Schudel, Maria Anna Häfelin und die Frau von Melchior Blum) fuhren mit, wahrscheinlich alles Ehefrauen von Soldaten, was auf einen vermutlichen Auswanderungscharakter dieser Reise hindeutet.

Von der Schweiz (Rorschach) nach Bayern (Lindau)
mit den Dampfschiffen Helvetia und Leopold (Febr.-März 1834)
Foto: GSA/Enyo
Nach den Angaben der Militärlisten lag der Altersdurchschnitt dieser 158 Schweizer Söldner bei 28 Jahren. Die Hälfte kam aus den Kantonen Schaffhausen (35 Mann), Basel (29) und Zürich (22). Fast alle gaben einen Beruf oder ein Gewerbe an; meistens waren sie Landarbeiter (28), Schuhmacher und Schneider. Nur 11 waren des Schreibens unkundig. 68 hatten keinen vorherigen in- oder ausländischen Militärdienst abgeleistet. Von den übrigen hatten die meisten als Söldner in Frankreich, in den Niederlanden und in Spanien gedient, aber nur 52 hatten einen Feldzug mitgemacht; die Versicherungen Trachslers über die Kriegserfahrung seiner Männer stimmten also nicht völlig mit der Realität überein.
Die 4. Kompanie kam in Triest am 12. April 1834 an und schiffte sich dort mit dem 7. Bataillon am nächsten Tag ein. Bis zu diesem Moment waren fünf Männer in München oder während der Reise desertiert.
Nach eineinhalb Monat näherten sich die Schiffe endlich dem Hafen von Patras. Doch bevor noch das Signal für die Ausschiffung gegeben wurde, bekam das Bataillon den Befehl, weiter nach Süden zu fahren; in Mani auf dem Peloponnes war die oppositionelle Rebellion in vollem Gange und die Neuangekommenen sollten die dort schon operierenden Militärkräfte verstärken. Dieser Befehl ignorierte jedoch die negativen Voraussetzungen, welche keinen guten Ausgang begünstigten; wie C.G. Bronzetti in seinen Erinnerungen kommentiert: Bedenklich schien es, daß man die erst aus Bayern angekommenen, durch eine lange Seereise ermüdeten und des Climas ganz ungewohnten Truppen zu dieser Expedition verwendete, die schon hierdurch einen schlimmen Stand gegen einen Feind erhielten, der seinen Muth nie auf offenem Felde zeigt, der seine unzugänglichen Schluchten, seine Berge und feste Thürme zu Angriffen benützt, und seinen Gegner durch häufige, plötzliche Anfälle nicht zur Ruhe kommen lässt.

Maniaten
(Henri Bell, Trois années en Grèce, Paris, Librairie Hachette, 1881)
[via Aikaterini Laskaridis Foundation]
Mit der Landung in Marathonisi (heute Gytheion) am 28. Mai 1834 begann die dramatische Periode, die zur Dezimierung der Schweizer führte. Laut dem Befehl sollte das Bataillon nach Mavrovouni und die innere Mani vorrücken gleichzeitig die Turmhäuser der Mainotten zerstörend. Die Warnungen des griechischen Polizei-Chefs zu Marathonisi vor den Gefahren einer solchen Unternehmung -unersteigbare felsige Berge, schwierige Munitions- und Lebensmittelversorgung- wurden ignoriert. Es war also kein Wunder, dass die Freiwilligen bei den Gefechten in Petrovouni, Tsimova und Aslan-Aga schwere Verluste erlitten. Nach der Bezeugung Chr. Neesers war für die Schweizer Kompanie das Gefecht bei Aslan-Aga in Messenien (August 1834) das unseligste: Um 40 Schweizer wurden dort während eines Sturmangriffs auf die Oberseite einer Schlucht getötet oder verwundet.
Außer den maniatischen Waffen verursachten auch die körperlichen Strapazen -Hitze, Durst, ungenügende Ernährung- und die Krankheiten viele Todesfälle. Die tragischen Bedingungen, unter welchen diese Männer zu zehnt in den Militärspitalen zu Modon (Methoni), Koron, Marathonisi, Porto-Quaglio, auf der Insel Kranea und in Nauplion ums Leben kamen, sind aus den Erinnerungen ihrer Kameraden bekannt. Nach den Angaben des Ottonischen Archivs verloren bis Ende 1834 dreiundvierzig Soldaten der Schweizer Kompanie ihr Leben auf dem Schlachtfeld oder in einem Spital und mindestens dreizehn weitere Männer aus verschiedenen Ursachen im Jahr 1835.
Der Hauptmann Fr. Trachsler starb im März 1835 an Nostalgia in Nauplion; die Führung der Kompanie übernahm J. Wick, der später als Buchhändler in Konstantinopel lebte und daselbst in hohem Alter Selbstmord beging. Insgesamt 8 Soldaten der Kompanie waren bis Ende 1835 desertiert. Von den übrigen kehrten die meisten 1838 nach Beendung ihres 4-jährigen Dienstes wahrscheinlich in die Heimat zurück. Ob sich jemand in Griechenland niederließ, ist unbekannt.
Totenschein von Friedrich Trachsler
Foto: GSA/Enyo
Mit fast 60 von ihren 158 Männern innerhalb von anderthalb Jahren tot hatte die Schweizer Kompanie den Eintritt in die griechische Armee eher teuer bezahlt. Der große steinerne Löwe in Nauplion, gleich demjenigen von Luzern, erinnert treffend nicht nur an die Deutschen, sondern auch an die Schweizer Soldaten von 1833-34, die im Dienst des griechischen Staates starben, weil sie kämpften, um zu leben.-

Der Löwe der Bayern in Nauplion, gestaltet 1840-41 von C.H. Siegel.
Eine dritte Anerbietung zur Aufstellung von Schweizer-Truppen für Griechenland wurde gemeinsam von A. Rothe, Büchsenmeister von Schaffhausen, und Conrad Irminger, Leutnant von Zürich, im Oktober 1834 gemacht. Es kam allerdings zu keiner Vereinbarung mit der Regierung.
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ANHANG I
Die Schweizer Kompanie (1834-35)
Trachsler, Friedrich: Zürich, um 1805 - Nauplion,1835.
Wick, Jacob
Clauder, Gottfried
Aberli/Aberle, Friedrich: Zürich,1787.
Ackermann, Andreas: Mels-St. Gallen,1810 - Nauplion,1835.
Adam, Johannes: Utzenstorf-Bern,1814. Schneider.
Alder, Johannes: Waldstatt-Appenzell,1815 - (Griechenland),1834. Modelstecher.
Altorfer/Altdorfer, Jacob: Schaffhausen,1803.
Amsler, Johannis: Buss?-Basel,1808 - (Griechenland)1834. Schuhmacher.
Asper, Johannes: Wollishofen-Zürich,1794. Schuhmacher.
Bächler/Bächlin, Johann Jacob: Basel,1801. Handelsmann.
Bächtold, Martin: Schleitheim-Schaffhausen,1809 - Koron,1834.
Banwart/Bannwart, Peter Alois: Kirchberg-Dietschwil-St. Gallen,1811. Weber.
Bäschlin, Conrad: Schaffhausen,1800 - (Griechenland),1834.
Baumann, Rudolf: Reitnau-Zofingen-Aargau,1806 - Koron,1834. Maurer.
Baumann, Christian: Uttendorf-Bern,1796. Landarbeiter.
Baumann, Heinrich: Basel,1801. Kaufmann.
Baumann, Wernhard: Waldenburg-Basel,1813. Sailer.
Beinberger/Bamberger/Baumberger, Heinrich: Fällanden-Zürich,1796. Landarbeiter.
Bell, Samuel: Basel, 1816 - (Griechenland),1834. Kaufmann.
Berthold, Martin: Fletschheim?-Schaffhausen,1802. Bäcker.
Bischoff, Bernhard/Leonhard: Grub-Rorschach-St. Gallen,1811 - (Griechenland),1835. Landarbeiter.
Blum, Johann: Beggingen-Schaffhausen,1811. Maurer.
Blum, Melchior: Beggingen-Schaffhausen,1797 - Nauplion,1834. Landmann.
Bodenmüller, Anton: Bruchsal-Baden,1806 - (Griechenland),?.
Bollinger/Bolliger, Isaak: Schmiedrued-Kulm-Aargau,1809 - (Griechenland),1835.
Bolli/Bollin, Johann Martin: Beringen-Schaffhausen,1809.
Börle/Bürle, Joseph: Klingnau-Aargau,1812. Bäcker.
Bösch, Christian: Wattwil-St.Gallen,? - Koron, 1834.
Brodbeck, Georg: Basel,1799. Schuhmacher.
Brunner, Heinrich: Wald-Zürich,1810 - (Griechenland),1835. Schneider.
Brunner, Melchior: Unterhallau-Schaffhausen,1804. Landmann.
Bryner/Brüner, Gottfried: Schwamendingen-Zürich,1813 - (Griechenland),1835.
Büchig/Büchy, Caspar: Unterehrendingen-Aargau,1807. Zimmermann.
Buchster/Buchser, Kaspar: Schöftland-Aargau,1802. Landmann.
Bührer, Jakob: Opfertshofen-Schaffhausen,1812 - Nauplion,1834.
Bünzli/Bunzli/Bünzle, Joseph Conrad: Neubruch-Grüningen-Zürich,1801 - Nauplion,1835. Weber.
Burger, Samuel: Burg-Aargau,1802. Gürtler.
Christen, Johannes Heinrich: Frenkendorf-Basel,1791. Landarbeiter.
Eisenhut, Johann: Herisau-Appenzell,1814 - Nauplion,1834.
Enz/Entz, Johann Ulrich: Herisau-Appenzell,1798.
Euler, Johann Rudolf: Basel,1796. Kaufmann.
Faßler/Fasler, Rudolf: Densbüren-Aarau-Aargau,1811. Kammacher.
Faehsler/Fessler/Faessler, Johann Georg: Bernegg-Rieden-St.Gallen,1796. Schuhmacher.
Fischbacher/Fischhaber, Johann Baptist: Laufenburg-Aargau,1815 - Nauplion,1834. Schuster.
Fischer, Melchior: Wettingen-Aargau,? - (Griechenland),1834.
Frey, Xaver: Klingnau-Aargau, 1815 - (Griechenland),1834. Zimmermann.
Frey, Heinrich: Uster-Zürich,1812 - (Griechenland),1834. Kaufmann.
Früh, Johann: Degersheim-St.Gallen,1808 - Nauplion,1834. Weber.
Gentsch, Georg: Oberneunforn-Thurgau-Zürich,1811 - (Griechenland),1834. Gärtner.
Göfft, Friedrich: Kirchheim-Würtemberg.
Häfelin, Carl: Klingnau-Aargau,1812. Rechtspraktikant.
Hasenfratz, Johannes: Trimbach-Solothurn,1808 - Nauplion,1834. Landmann.
Hauser, Johannes: Aesch-Basel,1800. Landarbeiter.
Hermann, Joseph: Stansstad-Unterwalden,1814. Weber.
Heuberger, Jakob: Tozen-Brugg-Aargau,1807. Schneider.
Hirt, Konrad: Siblingen-Schaffhausen,1801 - (Griechenland),1834. Landarbeiter.
Hofmann, Johann Jakob: Senn-Zürich,1805 - (Griechenland),1834.
Huber, Johann Jakob: Neuhausen-Schaffhausen,1804. Schuhmacher.
Hurter, Jakob: Schaffhausen,1802. Schuhmacher.
Immenhauser, Johann Jakob: Stein-Schaffhausen,1802 - Nauplion,1834. Bäcker.
Isenegger/Eisenegger, Lucas: Bubendorf-Basel,1806. Seidenfärber.
Kammenzing/Cammenzind, Melchior: Gerisan-Schwyz,? - Nauplion,1834. Landarbeiter.
Kaufmann, Michael: Buchs-Luzern,1798. Landarbeiter.
Kenel, Joseph Anton: Arth-Schwyz,1799. Schloßer.
Kern, Johann Jakob: Kölliken-Aargau,1810. Landarbeiter.
Kern, Christian: Basel,1804. Seidenarbeiter.
Klingler, Jakob: Dottikon-Zürich,1801 - Modon,1834. Landarbeiter.
Knausert/Knaushardt, Johann Baptist: Oberegg-Appenzell-Innerrhoden,1800 - Nauplion,1835. Handarbeiter.
Knöpfel, David: Waldstatt-Appenzell,1802. Bleicher.
Knöpfel, Joseph: Hundwil-Appenzell,1810. Müller.
Köchli/Köchle, Jakob: Enge-Zürich,1802. Schuhmacher.
Kuriger, Erasmus/Joseph: Einsiedeln-Schwyz,1802. Schneider.
Lamy, Johann: Basel,1802. Handelsmann.
Landerer, Jakob Friedrich: Basel,1808. Maler.
Laubi, Johann Jakob: Zürich,1805 - Gytheion,1834. Kaufmann.
Lee, Jakob: Glattfelden-Zürich,1797. Landmann.
Leeser/Leser, Adolf: Binningen-Basel,1810. Küfer.
Legler, David: Diesbach-Glarus,1801 - Modon,1834.
Leupp, David: Beggingen-Schaffhausen,1805 - (Griechenland),1834. Metzger.
Löhrer, Johann: Kleinhüningen-Basel,1799.
Maag, Kaspar/Joseph: Neukirchen-Schaffhausen,1811.
Mäder, Christian: Schleitheim-Schaffhausen,1812 - (Griechenland),1834. Müller.
Mäder/Meder, Franz Anton: Galgenen-Lachen-Schwyz,1811.
Mäglin, Rudolf: Basel,1800. Metzger.
Martini, Franz Karl: Basel,1802. Maler.
Martlo/Marthe/Marthes, François: St. Aubin-Neuchâtel,?. Buchbinder.
Mayer/Meyer, Johann Fidel: Rheinfelden-Aargau,1810 - Argos,1834. Schuhmacher.
Meister, Johann: Merishausen-Schaffhausen,1812.
Meßmer, Conrad: Dörflingen-Schaffhausen,1810 - Argos,1834.
Mettler, Balthasar: Schwyz,1806. Landmann.
Mettler, Ulrich: Herisau-Appenzell.
Meyer, Johannes: Muttenz-Basel,1813. Schneider.
Meyer, Ludwig: Buttisholz-Dagmersellen-Luzern,1798 - Modon,1834
Meyer, Jakob: Fehraltorf-Zürich,1803. Fechtmeister.
Müller, Johannes (Jean): Basel,1807. Küfer und Bierbräuer.
Müller, Ulrich: Seuzach-Zürich,1806. Schneider.
Nägelin/Nägeli, Heinrich: Chur-Graubünden,1807.
Nägeli, Johann: Zürich,? - Modon, 1834.
Neuwiller/Neuwiler/Neiweiler, Heinrich: Egelshofen-Thurgau,1813 - Triest,1834. Seifensieder.
Niederer, Balthasar/Bartholomäus: Lutzenberg-Appenzell,1811.
Oehlmeyer, Johann Jakob: Basel,1806. Schneider.
Osterwalder, Karl Anton: Gaisenwald-St.Gallen,1804 - (Griechenland),1834. Landarbeiter.
Pletscher, Heinrich: Schleitheim-Schaffhausen,1814 - Nauplion,1834. Landmann.
Rebmann, Jakob: Liestal-Basel,1805 - Nauplion,1835. Buchdrucker.
Rees/Rais, Joseph: Delémont-Bern,1806. Seiler.
Reinhart/Rheinhard, Joseph: Böttstein-Zurzach-Aargau,1797.
Reudi/Reudy/Reidi/Reidy, Johann: Freiburg,1798 - (Griechenland),1834. Bäcker.
Roth, Johann Jakob: Reigoldswil-Basel,1808 - Modon,1834. Landarbeiter.
Ruegg, Johann Heinrich: Bauma-Zürich,1800 - Nauplion,1834. Weber.
Ruetz, Anton: Appenzell,1807.
Rufener, Christian: Blumenthal-Bern,1809. Landmann.
Schad, Johann: Oberhallau-Schaffhausen,1807. Maurer.
Schäfer, Peter Ulrich: Basel,1808. Seidenarbeiter.
Schäfer/Schäffer, Rudolf: Basel,1812. Sailer.
Schaffner, Johannes: Schinznach-Aargau,1804. Weber.
Schaub, Rudolf: Basel,1800.
Scheitlin, Anton: St.Gallen, ? - (Griechenland),1834.
Scherrer, Anton Joseph Gallus: Oberegg-St.Gallen,1799.
Scheuber, Anton: Buchs-Unterwalden,1793.
Scheuber, Franz: Stanz-Appenzell,1809. Schuhmacher.
Schnebeli/Schneebeli, Felix: Affoltern am Albis-Zürich,1797.
Schneider, Melchior: Jona-St.Gallen,1812. Studiosus.
Schöttli/Schöttle, Johannes: Unterhallau- Schaffhausen,1811 - Nauplion1835. Landmann.
Schöttly/Schöttle, Johannes: Unterhallau-Schaffhausen,1814. Müller.
Schudel, Wilhelm: Beggingen-Schaffhausen,1794 - (Griechenland),1834/1835. Landarbeiter.
Schudel, Michael: Beggingen-Schaffhausen,1810. Landarbeiter.
Schwitzer/Schweizer, Johann: Hofstetten-Solothurn,1793 - Nauplion,1835. Landmann.
Sigg, Jakob: Dörflingen-Schaffhausen,? - Koron,1834.
Sigg, Konrad: Dörflingen-Schaffhausen,?
Sigrist/Sigerist/Siegrist, Johann: Schaffhausen,1794.
Sorg, Kaspar: Schaffhausen,1811. Schuhmacher.
Stamm, Martin: Schleitheim-Schaffhausen,1813. Müller.
Staub, Johann Konrad: Männedorf-Zürich,1810. Zeichnen-Mechanikus.
Steiner, Joseph: Gründel-Solothurn,? - Modon,1834.
Stiefbold, Friedrich Michael/Wilhelm: Stuttgart-Württemberg,1809 - Modon,1834. Zimmermann.
Stierlin, Karl: Schaffhausen,1809.
Strub, Emanuel: Basel,1809.
Sturzenegger, Georg: Trogen-Appenzell.
Tröler/Tröhler, Emanuel/Johann: Mühleberg-Laupen-Bern,1813. Schuhmacher.
Tschopp, Jacob: Lupsingen-Basel,1808. Buchdrucker.
Tschopp, Johann Samuel: Bretzwyl-Basel,1800.
Unholz, Hans Jakob: Riehen-Basel,1811. Schneider.
Unholz/Unholtz, Heinrich: Riesbach-Zürich,1797? - Nauplion,1835. Glaser.
Vogelsanger, Hans Jakob: Beggingen-Schaffhausen,1809. Weber.
Vogelsänger, Jakob: Beggingen-Schaffhausen,1813. Landarbeiter.
Wacker, Jakob: Oberkirch-Luzern,?. Sattler.
Walter, Conrad: Herblingen- Schaffhausen,1813.
Weber, Johannes: Trüllikon-Andelfingen-Zürich,1813 - (Griechenland),1834. Gärtner.
Werdenberg/Wertenberg, Joseph: Allschwil-Basel,1810. Wagner.
Werner, Johannes: Beggingen-Schaffhausen,1810 - (Griechenland),1834. Landarbeiter.
Winkler, Johann: Breitingen- Schaffhausen,? - (Griechenland),1834.
Wirz/Wirtz/Wyrz, Alois: Solothurn,1811. Steinhauer.
Wirz/Wirtz, Emil: Zürich,1814. Kupferdrucker.
Wirz/Wirrz/Wierz, Rudolf: Basel,1816. Gastwirt.
Wiesmer/Wiesner, Jakob: Bubendorf-Basel,1796. Landarbeiter.
Witzig, Heinrich: Feuerthalen-Zürich,1803.
Zellweger, David Franz: Trogen-Appenzell,1803 - Nauplion,1835. Bleicher.
ANHANG II
Übereinkunft
zwischen
dem Obersten von Lesuire, Commissär der Regentschaft des Königreichs Griechenland einer-, und
dem Eidgenößenschen Hauptmann, Herrn Friedrich Trachsler, anderer Seits,
die Aufstellung einer aus gedienten Schweitzern bestehenden Infanterie Compagnie für den koeniglich griechischen Dienst betreffend.
[...]
1.
Die aufzustellende Compagnie soll aus geborenen und gedienten Schweitzern bestehen und folgende Stärke haben: 1 Hauptmann, 1 Oberlieutenant, 1 weiteren Ober- oder Unterlieutenant, 1 Feldwebel, 3 Sergeanten -unter diesen ein Fourier, 8 Corporalen, 3 Spielleute, 150 Gefreiten und Gemeinen, unter welchen zwei Zimmerleute.
Der Sergeant Fourier wird aus guten Gründen ein gedienter Bayer sein.
Die gesammte Mannschaft muß aus Leuten mit tadellosem Leumund, fester Gesundheit, einem in der Regel 36 Jahre nicht überschreitenden Lebensalter und mindestens einer körperlichen Größe von 5 Fuß 7 Zoll bayer. Maßes [1,66 m.] bestehen.
2.
Für die Zusammenbringung dieser Mannschaftszahl ist ein Zeitraum von 2 Monaten vom Tage der gegenwärtigen Übereinkunft an gerechnet der Art festgesetzt, daß bis zum Ende jenes Zeitpunktes die Mannschaft hier versammelt sein kann. Sollen sich die Verhältnisse so gestalten, daß innerhalb der gegebenen Zeit einige Leute über die festgesetzte Zahl geworben werden könnten, so wird der Herr Hauptmann Trachsler solches nicht versäumen.
3.
Der Herr Hauptmann Trachsler, so wie der eidgenößensche Herr Oberlieutenant Wick treten in die aufzustellende Compagnie; bis zur Vollzähligung derselben tragen sie königlich griechische Uniform nach den oben bezeichneten Graden, erhalten die mit diesen verbundenen Bezüge und haben dagegen das Werb- und Formierungsgeschäft ohne weitere Entschädigung entweder in München oder einem anderen geeigneten Orte zu besorgen [...].
Vom Tage der Vollzähligmachung der Compagnie treten sie definitiv in den königl. griechischen Dienst und teilen alle die Vorteile, welche den in diesen Dienst übergehenden königl. bayerischen Offizieren bewilligt sind; mit der Ausnahme jedoch, daß ihnen hiebei weder ein höherer Grad, noch ein Rücktritt und respective Eintritt in das königlich bayerische Heer zugesagt werden kann.
Der dritte in die Compagnie eintretende Herr Offizier wird entweder aus der bayerischen Armee oder aus den bereits in den königl. griechischen Truppen dienenden genommen.
4.
Dem Herrn Hauptmann Trachsler wird die Ernennung der in die Compagnie eintretenden Unteroffiziere vom Feldwebel an und der Gefreiten überlassen.
5.
Die aufzustellende Compagnie tritt als Füsilier-Compagnie Nr 4 in das in diesem Augenblick formiert werdende königl. griechische Linien Infanterie Bataillon Nr 7. Die Unteroffiziere und Mannschaften dieser Compagnie beziehen Sold- und sonstige Gebühren gleich den übrigen Mannschaften des Bataillons und teilen ebenfalls die Vorteile, welche den in königl. griechischen Dienste tretenden Bayern zugesichert sind, so wie sie auch sammt den Herren Offizieren unter gleichen disziplinar- und strafrechtlichen Bestimmungen stehen. Der zwischen Griechenland und Bayern abgeschlossene Werb-Vertrag wird in all diesen Rücksichten auch als Basis der dienstlichen, disziplinären, strafrechtlichen und ökonomischen Stellung der von dem Herrn Hauptmann Trachsler zu bildenden Schweitzer Compagnie gelten.
6.
Sollten in der Folge complette Bataillone Schweitzer für den königl. griech. Dienst gebildet werden, so bleibt es der Regierung Griechenlands heimgestellt, die von dem Herrn Hauptmann Trachsler aufzustellende Compagnie entweder in eines dieser Bataillone übergehen zu machen, oder in demjenigen zu belassen, in welches sie jetzt zu treten bestimmt ist. Sollte dagegen die Regentschaft später die Compagnien auf einen Stand von nur 100 Gefreiten und Gemeinen herabstellen wollen, indem die Zahl der Compagnien verhältnismäßig vermehrt würde, so würden die differierenden 50 Mann wo möglich mit den übrigen bereits in den königl. griech. Truppen dienenden Schweitzern in eine neue Compagnie vereinigt werden.
7.
Die in die aufzustellende Compagnie tretenden Schweitzer erhalten vom Orte aus, wo sie sich anwerben lassen, bis nach München ein Reisegeld [...] für jede Wegstunde nach ohnehin bekannter Stundenzahl, und verpflegen sich damit selbst. Diejenigen, welche aus dem Innern der Schweitz eigens für den Zweck der Anwerbung kommen, erhalten dieses Reisegeld von jenem Orte aus berechnet, von welchem sie ausgegangen sind.
Die 4-jährige Capitulation für jeden Mann beginnt von dem Tage an, an welchem derselbe dahier den Verpflichtungseid leistet.
8.
In den über die Werbung gedruckten Bekanntmachungen findet sich bereits die Zusicherung, daß die griech. Regierung diejenigen Leute, welche nach redlich vollendeter 4-jähriger Dienstzeit in Griechenland sich ansäßig machen wollen, nach Möglichkeit unterstützt. So wie alle -zu Gunsten der in königl. griechischen Militärdienst tretenden Soldaten- festgesetzten Artikel des Werb-Vertrags ihre Anwendung auf die Schweizer finden sollen, so wird vorzugsweise dieses Artikels hierbei ausdrücklich erwähnt.
9.
Alle Detail-Anordnungen über den Vollzug der gegenwärtigen Übereinkunft sollen Gegenstand der freundlichen Erörterung und billigen Schlußfassung zwischen den beiden contrahierenden Teilen sein.
10.
Sollten gegen Erwarten dem Vollzuge der gegenwärtigen Übereinkunft sich Schwierigkeiten entgegenstellen, welche durch die aufrichtigen Bemühungen der beiden Teile nicht beseitigt werden könnten, so zwar, daß die Aufstellung der projectierten Compagnie nicht zur Ausführung gedeihen würde, so sollen die allenfalls inzwischen angeworbenen Schweitzer einzeln in die Compagnien des Corps treten, der Herr Hauptmann Trachsler und der Herr Oberlieutenant Wick aber außer der inzwischen genossenen Gage weder eine Entschädigung an Geld, noch Ansprüche auf eine definitive Anstellung im königl. griech. Militärdienste machen können.
Der Oberst von Lesuire wird als dann -die guten Gesinnungen dieser wackeren Männer anerkennend- ihnen die desfallsigen geeignete schriftliche Ausfertigung ausstellen und sie -wenn es ihr Wunsch sein sollte- zur persönlichen Berücksichtigung bei der Regentschaft des Königreichs Griechenland bestens anempfehlen.
[...]
München, den 5ten Jänner 1834
v. Lesuire, k.gr. Oberst
F. Trachsler, Hauptmann
♦♦♦
QUELLEN
Ungedruckte
Athen, Generalstaatsarchiv (GSA-CSA), Ottonisches Archiv des Kriegsministeriums
Athen, Generalstaatsarchiv (GSA-CSA), Ottonisches Archiv der königlichen Kanzlei
Gedruckte
Χριστόφορου Νέεζερ, Aπομνημονεύματα των πρώτων ετών της ιδρύσεως του ελληνικού βασιλείου, Κωνσταντινούπολη 1911
C.G. Bronzetti, Erinnerung an Griechenland aus den Jahren 1832-1835, Würzburg 1842
M. Chursilchen, Geschichtliche Erinnerungen an die Expedition nach Hellas, Amberg 1835
H. Sander, Erinnerungen eines ehemaligen griechischen Offiziers aus den Jahren 1833-1837, Darmstadt 1838
