Was ist GraecoGermanica?

 

 

Das Leben der anderen interessiert uns immer, in gewisser Hinsicht.


GraecoGermanica ist den kleinen, anonymen Leuten gewidmet, die dem bayerischen Monarchen Otto folgend von ihren nördlichen germanischen Ländern nach Griechenland reisten. Das waren nicht nur die im Februar 1833 in Nauplion ausgeschifften 3.500 Soldaten und diejenigen Militärleute, die sie in den nächsten Jahren ersetzten, sondern auch Zivilisten, die aus verschiedenen Gründen dazu bewegt wurden, gen Süden auszuwandern. Mehrere aus diesen beiden Kategorien begaben sich mit ihren Familien auf die Reise. Manche Frauen verreisten sogar alleine. 

 

Das Material der Website stammt hauptsächlich aus dem Ottonischen Archiv des Griechischen Generalstaatsarchivs. Darin finden sich die persönlichen Geschichten von Männern, Frauen und Kindern, welche das dramatische Abenteuer der “griechischen Expedition” erlebt haben, meistens mit einem bitteren Ausgang. Diese Menschen kamen aus allen Gesellschaftsschichten, doch zumeist waren sie arme Soldaten, Handwerker, Bauer, Arbeiter und Diener. In dieser anonymen “bayerischen” Menschenmenge stechen die Fälle einiger Personen hervor, die allerdings in der Forschung keinen Raum gefunden haben.

 

Wir wissen also vieles über Otto und Amalie, die Regentschaftsmitglieder, die Chefs der Maina Schmaltz und Feder, den Archäologen Ross, die Architekten Schaubert und Gärtner, die Geschäftsleute Ruff und Fix. Es ist aber unwahrscheinlich, dass wir etwas über den bei den Bewohnern von Methoni sehr beliebten Arzt Jakob Lodter erfahren, über den bedeutenden Revierförster in Olympia Albert Denks, über den 14-jährigen freiwilligen Soldaten Nepomuck Ruösch, über Johann Rösner, dessen sechsköpfige Familie in Athen innerhalb von zehn Monaten zugrunde ging, über den vierjährigen Joseph Höpfl, der seine Eltern durch Typhus verlor und von den Männern des 6. Infanterieregiments betreut wurde, über Josepha Racke, die von den Mainotten gefangen wurde, nachdem sie gesehen hatte, wie ihr Mann in der Schlacht getötet wurde, über Eva Fix, die während der Reise an nostalgia nervosa erkrankte, noch bevor sie in Griechenland ankam, über den Tischler Anton Kalembacher, der schon im griechischen Freiheitskampf bei Sachturis gekämpft hatte und über noch viele andere, die einzelne interessante Sonderfälle bilden. Sicherlich haben die Taten und Entscheidungen dieser Personen keinen bedeutenden Einfluß auf das Leben anderer Menschen gehabt, wie es der Fall mit den Entscheidungen der “hohen” Personen ist, allerdings ergänzen sie das bunte Bild der griechischen Gesellschaft der Periode 1833-1862 und sie bieten einen guten Anlass  zu Nachgedanken.

Die Gliederung der Website ist die folgende:
Ιn NAMEN A-Z werden alle bis jetzt bekannten deutschen Namen aus dem Ottonischen Archiv veröffentlicht (um 5.000). Es handelt sich um Menschen, deren Schicksal damals mit Griechenland verbunden war. Die Liste wird dauernd mit neuen Einträgen ergänzt.
Im BLOG werden informative Texte über die Lebensgeschichte von Deutschen sowie anderen Ausländern, die in Griechenland lebten, erscheinen, immer auf dem Material des Hauptarchivs basierend.
In KONTAKT sind Ihre Kommentare, Fragen und weitere Informationen zu den Themen von GraecoGermanica warmherzig willkommen.


Ich hoffe, dass Freunde von Archiven, Genealogie, Familiengeschichte und Biographie in GraecoGermanica irgendetwas Nützliches und Interessantes finden können.